Was ist die KMT?

KMT steht für Knochenmarktransplantation, eine Behandlungsmethode bei Blutkrebs. Das KMT-Zentrum der
Uniklinik Münster behandelt Patienten in allen Altersgruppen. Es ist in zwei Stationen mit jeweils zehn Patientenbetten
gegliedert: oben befindet sich eine gemischte Station mit Kindern und Erwachsenen, unten befindet sich bislang eine
reine Erwachsenen-Station. In den kommenden Jahren soll das Zentrum noch einmal erweitert werden. 

 

 

490.000 Neuerkrankungen an Krebs gibt es in Deutschland pro Jahr. Nur ein sehr geringer Teil davon, etwa 1800 Patienten, sind Kinder mit Leukämie. Im UKM werden durchschnittlich 150 Kinder jährlich behandelt. Nur bei einem gewissen Teil, ungefähr 30 Kindern, ist eine Stammzellen- oder Knochenmarktransplantation notwendig.

Warum ist eine Transplantation nötig?

 

Da bei dieser Krankheit das gesamte Blut von Krebszellen befallen ist, benötigt man gesunde Stammzellen von einer
anderen Person um das blutbildende und das Immunsystem zu rekonstruieren. Dieser "genetische Zwilling" kann sowohl
Teil der Familie sein, als auch ein nicht verwandter Mensch, der sich als Spender registriert hat. 

 

 

Knochenmark oder Stammzellen?

 

Die unbedingt wichtigen Stammzellen, die man für eine Transplantation braucht, werden im Knochenmark
gebildet. Dieses entsteht unter anderem im Beckenkamm. Die unschöne Vorstellung von langen, dicken Nadeln, mit
denen das Knochenmark durch Punktierung aus dem Beckenkamm entnommen wird, ist allerdings längst veraltet. 
Heute macht ein Medikament es möglich, die benötigten Stammzellen in das Blut zu transportieren. Diese neue
Methode macht das Spenden einfacher und für den Spender deutlich angenehmer. 

Tatsächlich werden heutzutage überwiegend Stammzellen transplantiert, nur 5% der Spenden ist Knochenmark.

 

 

Als Spender registrieren

 

Das KMT-Zentrum arbeitet bei der Spendersuche mit dem ZKRD, dem Zentralen Knochenmarkspender-
Register Deutschland. Das ZKRD ist die größte Datenbank in Europa und eines der leistungsfähigsten Register weltweit. 

Jährlich werden rund 30.000 Anfragen aus dem In- und Ausland bearbeitet. Mehr Infos findet ihr auf der Website.

Das Besondere dieser Therapie

 

In der Vorbereitung zur Transplantation wird das körpereigene Immunsystem komplett heruntergefahren.

Die Leukozyten, die für unsere Immunabwehr zuständig sind, reduzieren sich fast gänzlich auf Null.

In diesem Zustand sind sie für Krankheitserreger derart empfindlich, dass eine Isolation der einzige Weg ist,
lebensbedrohlichen Infektionen vorzubeugen. Sprich: es ist ein ganz besonderer Schutz erforderlich.
Und auf genau diesen Schutz ist das KMT-Zentrum ausgelegt.

 

 

Kampf den Keimen

 

Das KMT-Zentrum ist eine Station mit sogenannter Umkehrisolation. Sie ist mit besonderen Einrichtungen ausgestattet,
die das Einschleppen von Krankheitserregern vermeiden sollen. Das heißt, im Zutrittsbereich bekommt jeder, der
die Station betreten will, erst einmal saubere Kittel und Schuhwerk. Erst nach einer gründlichen Desinfektion der Hände
öffnet sich die Zutrittstür zur eigentlichen Station. Vor jedem Krankenzimmer befindet sich zudem eine Vorschleuse.

Von hier aus können Infusionen gegeben und die Vitalzeichen überwacht werden, durch einen Luftdruckunterschied zum

eigentlichen Krankenzimmer werden Keime & Co. draußen gehalten. 
Die Konsequenz daraus ist, dass die Lebenswelt der Patient*innen über einen Zeitraum von 6–8 Wochen auf die Größe
eines 4 x4 m 
großen Krankenzimmers schrumpft, fernab von Familie, Freunden und frischer Luft.

 

 

Wichtiges Medikament: Nähe

 

Trotz aller Hygienemaßnahmen wird im KMT-Zentrum Familie groß geschrieben. Unzählige Erfahrungen zeigen, dass

Nähe zu den geliebten Menschen, kuscheln, umarmen, tröstende Küsschen unersetzbar sind und bei der Therapie

auf keinen Fall fehlen dürfen. Die räumliche Isolation soll keine soziale oder emotionale Abgeschiedenheit hervorrufen. 

 

Hier setzt unser Projekt an: Nähe für Morgen hilft den Patienten, Angehörigen und dem Pflegepersonal, durch ein

Maskottchen den Kontakt zur Außenwelt aufrecht zu erhalten. Das Maskottchen, die gute Seele der Station, dient somit
nicht nur als Beschützer, sondern stellt das Bindeglied zwischen der Außenwelt und dem Patienten dar. 


In unserem Animationsfilm Zu Besuch im Knochenmarktransplantationszentrum wandelt Trudi durch die Flure, gewährt
Einblicke in ein typisches Krankenzimmer und erklärt, wie es auf den KMT-Stationen zugeht, worauf es zu achten
gilt und warum sich ein Aufenthalt dort manchmal anfühlt wie eine längere Schiffsreise.